02.11.2026

Handelsverband Hessen fordert nach Ausschreitungen: Härtefallregelung und Zukunftskonzepte.

Pressemitteilung
1 % hatten Scherben vor der Tür. 100 % sind betroffen. Die Ausschreitungen vom Samstag haben den Frankfurter Einzelhandel weit über die unmittelbar beschädigten und geplünderten Geschäfte hinaus getroffen.

Nach ersten Rückmeldungen aus dem Handel lagen die Umsatzverluste bei betroffenen Unternehmen zwischen 65 und 100 Prozent. Hinzu kommen Kosten für Sicherheitsmaßnahmen, Personal und mögliche Betriebsunterbrechungen.

„Wir sind Händlerinnen und Händler. Wir jammern nicht. Wir sind Unternehmerinnen und Unternehmer. Wir wollen unsere Geschäfte öffnen, Menschen beschäftigen, investieren und unsere Stadt beleben. Deshalb geht es uns nicht darum, ausschließlich zurückzublicken. Es geht darum, jetzt gemeinsam Lösungen zu finden, damit sich die Bilder von Samstag nicht wiederholen“, sagt Jochen Ruths, Präsident des Handelsverbandes Hessen e. V.

Der Handelsverband Hessen stand bereits im Vorfeld der Demonstration im engen Austausch mit den zuständigen Stellen. Die Lageeinschätzungen wurden fortlaufend an die Händlerinnen und Händler weitergegeben. Dennoch muss der Verband im Nachgang feststellen, dass das Eigentum der Händlerinnen und Händler in Teilen der Innenstadt nicht ausreichend geschützt werden konnte.

Gleichzeitig dankt der Handelsverband ausdrücklich den Polizistinnen und Polizisten, die am Samstag unter schwierigen Bedingungen im Einsatz waren und auch am Sonntag beschädigte Geschäfte schützten. Der Dank gilt ebenso der Stadtreinigung Frankfurt, die schnell dafür sorgte, die Spuren der Nacht zu beseitigen.

Der Handelsverband Hessen bedankt sich für die schnelle Kontaktaufnahme durch Oberbürgermeister Mike Josef und Ministerpräsident Boris Rhein und begrüßt die angekündigten Gespräche mit den betroffenen Händlerinnen und Händlern.

Schäden gehen weit über zerstörte Geschäfte hinaus Die Auswirkungen betreffen nicht nur diejenigen, die am Sonntagmorgen Scherben vor ihren Geschäften vorfanden. Das Sicherheitsgefühl, die Frequenz und das Image des Handelsstandortes Frankfurt haben durch die Bilder des Wochenendes weit über die Stadt hinaus Schaden genommen.

Über Jahre haben Stadt, Handel und weitere Akteure daran gearbeitet, die Frankfurter Innenstadt attraktiver zu machen. Auch der Handelsverband investiert mit Handel.Frankfurt gezielt in Vernetzung, Sichtbarkeit und ein positives Bild des Handelsstandortes.

1. Der Handelsverband Hessen fordert deshalb eine unbürokratische Härtefallregelung für besonders betroffene Unternehmen, deren Schäden nicht oder nicht vollständig durch Versicherungen abgedeckt sind.

2. Darüber hinaus müssen auch nachweisbare zusätzliche Belastungen wie notwendige Sicherheitsmaßnahmen und erhebliche Umsatzverluste in den Blick genommen und Unterstützungsmöglichkeiten durch Stadt und Land geprüft werden.

3. Gleichzeitig fordert der Verband, Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit dauerhaft zur Priorität der Innenstadtentwicklung zu machen. Eine Innenstadt muss nicht nur an Demonstrationstagen, sondern jeden Tag sicher, sauber und einladend sein. Diese entscheidet maßgeblich über Sicherheitsgefühl, Aufenthaltsqualität und letztlich auch über die Frequenz im Handel.

“Wir trennen die legitime und überwiegend friedliche Demonstration der Schülerinnen und Schüler von den Ausschreitungen. Deren Themen dürfen nicht in den Hintergrund treten.” erklärt Dr. Joachim Stoll, Präsidiumsmitglied des Handelsverbandes Hessen e. V.

Jetzt braucht es eine sorgfältige Aufarbeitung, schnelle Hilfe für unmittelbar Betroffene und eine gemeinsame Strategie, um das Vertrauen in die Frankfurter Innenstadt zu stärken. Frankfurt soll eine Stadt bleiben, in der Händlerinnen und Händler gerne investieren, Beschäftigte gerne arbeiten und Menschen gerne einkaufen und ihre Zeit verbringen.

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Presseinfo: Handelsverband Hessen fordert nach Ausschreitungen: Härtefallregelung und Zukunftskonzepte.

Stand: 02.11.2026 | 367 KB | PDF

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