Hessischer Handel: Einigung im Tarifstreit
„Die Verhandlungen waren nicht einfach – der hessische Handel kämpft nun seit Jahren mit strukturellen Herausforderungen und befindet sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. In einer solchen Situation einen Kompromiss zu finden, heißt, Verständnis für die Position der anderen Seite aufzubringen und gemeinsam konstruktive Lösungen zu finden. Das haben wir nun geschafft“, betont Nico Lehm, Vorsitzender der Tarifkommission in Hessen.
Der heutige Abschluss garantiert die wichtige Friedenspflicht und damit Planungssicherheit für die nächsten zwei Jahre. „Eine Verbesserung der Konsumstimmung ist weiterhin nicht in Sicht. Deshalb ist es so wichtig, dass der hessische Handel durch den heutigen Abschluss Planungssicherheit erhält, um gemeinsam mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern den Fortbestand der Betriebe zu sichern“, so Lehm abschließend.
Der nun in Frankfurt geschlossene Tarifvertrag kommt zu folgendem Ergebnis:
Über die gesamte Laufzeit von 25 Monaten ergibt sich eine Gesamterhöhung von 5 Prozent. Ab dem 01. Juli 2026 beträgt der tarifliche Mindestlohn 14,20 Euro. Ab dem 01. April 2027 folgt eine weitere Erhöhung auf 14,90 Euro pro Stunde. Das Ausbildungsgehalt steigt überproportional mit dem Ziel der Fachkräftesicherung. Zudem verständigten sich beide Parteien darauf, die Entgeltumwandlung für ein Dienstfahrrad künftig auch in Betrieben ohne Betriebsrat zu ermöglichen. Bislang war dies nur in Betrieben mit Betriebsrat möglich.
„Mit dem tariflichen Mindestlohn stärken wir gezielt die unteren Lohngruppen und damit die Einkommen der Beschäftigten, die von steigenden Lebenshaltungskosten besonders betroffen sind. Gleichzeitig schaffen wir damit verlässliche und faire Rahmenbedingungen für Beschäftigte und Arbeitgeber“, betont Nils Julian Gerber, Tarifgeschäftsführer Handelsverband Hessen.
Es ist damit zu rechnen, dass in den kommenden Wochen weitere Tarifabschlüsse für den bundesweiten Einzelhandel zustande kommen.
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