Reform der Sonntagsöffnung: Hessischer Handel fordert zeitgemäße Regeln
„Das Einkaufsverhalten der Menschen hat sich grundlegend verändert. Onlineplattformen verkaufen an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr, Live-Shopping und Social Media schaffen neue Vertriebswege. Die Vorstellungen von Sonntagsruhe stammen dagegen aus einer anderen Zeit“, sagt Jochen Ruths, Präsident Handelsverband Hessen.
Verkaufsoffene Sonntage sind kein Selbstzweck: Sie stärken Innenstädte, Ortskerne und Stadtteilzentren und sorgen für zusätzliche Besucherinnen und Besucher. „Rund 60% der Menschen nehmen das Einkaufen immer noch zum Anlass, um in die Stadt zu fahren. Sie wollen darüber hinaus aber auch ausgehen, gemeinsam essen und Freizeit genießen. Verkaufsoffene Sonntage beleben genau deshalb die Innenstädte und Kommunen – weil sie Erlebnis und Spaß versprechen“, erläutert Tatjana Steinbrenner, Vizepräsidentin Handelsverband Hessen.
Auch die Wettbewerbsbedingungen haben sich geändert. Während internationale Onlineplattformen ihre Waren jederzeit anbieten, gelten für den stationären Handel weiterhin starre Regelungen.
„Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Lage brauchen unsere Innenstädte jeden Frequenzbringer. Es geht nicht darum, jeden Sonntag zu öffnen. Es geht darum, den Kommunen und den Unternehmen mehr Spielraum zu geben und die gesetzlichen Rahmenbedingungen an die Realität anzupassen. Wer die Innenstädte als vitale Orte erhalten will, der kommt um eine neue Sichtweise auf verkaufsoffene Sonntage nicht herum. Gleichzeitig betone ich unmissverständlich, dass die Mitarbeit an einem verkaufsoffenen Sonntag auf Freiwilligkeit fußt,“ betont Ruths abschließend.
Stand: 10.07.2026 | 502 KB | PDF
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