Tarifverhandlungen: Arbeitgeber legen verbessertes Angebot vor – Gewerkschaft bleibt ohne Kompromissvorschlag
Das Angebot der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sieht für das erste Tarifjahr eine Entgelterhöhung von 2,4 Prozent sowie für das zweite Tarifjahr eine weitere Erhöhung von 2,0 Prozent vor. Die Laufzeit beträgt unverändert 24 Monate.
„Wir haben unser Angebot noch einmal nachgebessert und sind damit der Gewerkschaft einen weiteren Schritt entgegengekommen. Dieses Angebot ist wirtschaftlich verantwortbar und bewegt sich an der Leistungsgrenze vieler Unternehmen im hessischen Handel. Mehr ist unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht darstellbar“, erklärte Nico Lehm, Vorsitzender der Tarifkommission.
Mit Enttäuschung nahmen die Arbeitgeber zur Kenntnis, dass die Gewerkschaft das verbesserte Angebot erneut zurückwies, ohne ihrerseits aufzuzeigen, wie sie sich einen tragfähigen Kompromiss vorstellt.
„Tarifverhandlungen sind keine Einbahnstraße. Wer ein verbessertes Angebot ablehnt, sollte zugleich deutlich machen, wo die eigene Kompromisslinie verläuft. Bislang beschränkt sich die Gewerkschaft darauf, die Arbeitgeber zu weiteren Nachbesserungen aufzufordern. Das reicht nicht aus, wenn man ernsthaft zu einem Tarifabschluss kommen will“, so Lehm weiter.
Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bekräftigten ihre Bereitschaft, den Dialog auch in der nächsten Verhandlungsrunde konstruktiv fortzusetzen.
„Unser Ziel bleibt ein Tarifabschluss, der den Beschäftigten verlässliche Einkommensperspektiven bietet und gleichzeitig die wirtschaftliche Realität der Handelsunternehmen berücksichtigt. Dafür braucht es Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten. Wir erwarten, dass die Gewerkschaft beim nächsten Termin konkrete Vorschläge für eine Annäherung der Positionen einbringt.“
Stand: 06.07.2026 | 515 KB | PDF
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