10.03.2020

Handelsverband Hessen blickt auf gutes Jahr zurück

Handelsverband Hessen blickt auf insgesamt gutes Weihnachtsgeschäft 2019 zurück | Handel zufriedener als im Jahr 2018 | Gewinner sind Online-Handel und große Filialisten

Der Hessische Handel hat eine insgesamt gute Bilanz des Weihnachtsgeschäfts 2019 gezogen, das sich durch die Aktionstage rund um den „Black Friday“ inzwischen von Mitte November bis in die ersten beiden Januarwochen zieht. Vor allem der „Black Friday“ hat - wie in den Vorjahren bereits zu beobachten -  für einige Vorzieheffekte bei den Verbrauchern gesorgt: der Weihnachtseinkauf startet – vor allem online - immer früher. 

Nach Berechnung des Handelsverbands auf Basis eigener Mitgliederumfragen und aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes hat der Verband ein Umsatzplus von 3 Prozent für Hessen errechnet. Damit sind die Umsatzerlöse auf etwa 8,8 Milliarden Euro angestiegen – ein im Vergleich zum Weihnachtsgeschäft 2018 gutes Wachstum. Wachstumstreiber bleibt der Online-Handel. Generell sind die kleinen, inhabergeführten Geschäfte und mittelständische Innenstadthändler laut Umfrage weniger zufrieden als die großen Ketten und Filialisten.

Für das Gesamtjahr 2019 bilanziert der Handelsverband Hessen ebenfalls mit einem guten Wachstum. Insgesamt wuchs der Umsatz in Hessen um 3,5 Prozent auf einen Umsatz von 46,7 Milliarden Euro. 

Konsum bleibt Treiber der Wirtschaft

Für 2020 sind die Aussichten noch unklar: „Der Konsum bleibt der Treiber der Wirtschaft. Noch ist die Gesamtlage ordentlich, die Verbraucher trotzen den politischen Konflikte und Krisen in der Weltwirtschaft.“, ist sich der Präsident des Handelsverband Hessen, Jochen Ruths, sicher. Insgesamt blieben die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel – trotz Brexit-Unsicherheiten, Handelskonflikten und Corona-Krise – stabil. Allerdings ist die Lage, gerade in Bezug auf das Corona-Virus sehr dynamisch. „Stand heute kann niemand seriös vorhersagen, welche Auswirkungen die Verbreitung des Corona-Virus auf den Einzelhandel und die Konjunktur haben wird.“ so Ruths weiter.

Der Handel bietet ein Stück Heimat

Im stationären Handel verschärft sich derweil die Situation in den Innenstädten durch den andauernden Rückgang der Kundenfrequenzen. Jochen Ruths: „Die Frequenzen in unseren Orten, Stadtteilen und Innenstädten haben sich in den letzten Jahren massiv verändert.“ Händler, Politik, Immobilienwirtschaft und die Kulturträger seien mehr denn je gefordert, an einem Strang zu ziehen, um das pulsierende Leben in den Innenstädten zu sichern. Ruths: „Wir brauchen passende Rahmenbedingungen, um die Erreichbarkeit der Stadtzentren sicherzustellen. Der Handel bietet auch ein Stück Heimat. Wenn er sich aus der Innenstadt verabschieden muss, veröden die Stadtzentren, geht ein Stück Identität verloren.“

Wichtigste Themenfelder 2020 für den Einzelhandel sind nach einer aktuellen Befragung des Handelsverband Hessen die sinkenden Passanten-Frequenzen in den Innenstädten, steigende Energie- und Mietkosten, die digitale Transformation, das Gesellschaftsthema Nachhaltigkeit sowie das signifikante Problem, geeignetes Personal und qualifizierten Nachwuchs zu finden.